MASSREGELVOLLZUG/UNTERBRINGUNG

Im Massregelvollzug wird untergebracht, wer aus Sicht der Ju-stiz wegen einer psychischen Erkrankung oder Suchtkrankheit eine Straftat begangen hat, soweit Wiederholungsgefahr be-steht und weitere Voraussetzungen vorliegen. 

Seit 1990 ist ein starker Anstieg der Unterbringungen zu ver-zeichnen. Die Unterbringung nach § 63 StGB dauert immer länger. Die Gesetzesänderung zum 01. August 2016 sollte Abhilfe bringen - getan hat sich wenig. 

Das von Sicherheit und Kontrolle geprägte Denken der Verant-wortlichen und Entscheider hat keine grundlegende Änderung erfahren - im Gegenteil. Immer wieder ist festzustellen, dass der Massregelvollzug im Grunde allein die Entscheidung trifft, ob die Massregel beendet wird oder nicht. 

Die Klinik gibt ihre Einschätzung ab, der externe Sachverstän-dige schliesst sich dieser Einschätzung an und die Fortdauer-entscheidung der Strafvollsteckungskammer bezieht sich auf die übereinstimmenden Stellungnahmen der Klinik und des Gutachters.

Wir benennen die Fehler im System, zeigen den Weg auf, um die Massregel so bald wie möglich für erledigt zu erklären. Das geht nur, indem wir uns an die Wahrheit halten, gegenüber dem Betroffenen ebenso wie gegenüber jedem Verantwort-lichen und Entscheider.